Eindrücke von der WM in Leipzip 2007

Am Sonntag den 08.07.2007 bin ich mit dem ICE vom Augsburger Hbf in der früh nach Leipzig losgedüst. Leider war mein reservierter Fensterplatz nicht so wirklich das, was ich mir so vorgestellt hatte, dafür aber hatte ich eine interessante Lektüre, die ich auf der kurzweiligen Fahrt verschlang.
Bei der Ankunft in Leipzig war ich von dem alten Sackbahnhof beeindruckt, hatte jedoch Schwierigkeiten, meine sehr schwere Tasche durch den Bahnhof bis zur S-Bahn zu schleppen, die zu meinem Hotel fuhr.
Wie ich feststellen musste, war mein Hotel leider etwas außerhalb, das konnte mich aber nicht weiter beeindrucken, denn mit einem kleinen Spaziergang verbunden, hatte ich immer eine annehmbare Anbindung.

Am Montag machte ich mich zeitig und sichtlich aufgeregt auf den Weg zur Festwiese - direkt hinter dem Zentralstadion. Dort sollte ich ja schon um 9 Uhr meine Akkreditierung und meine genaue Aufgabe mitgeteilt bekommen. Als ich dann aus der Straßenbahn ausstieg, konnte ich schon die vielen Fahnen, Container und vor allem die 64 Scheiben sehen, die sich auf der gesamten Länge der Anlage aufreihten.
Als ich nach Erledigung des Verwaltungskrams einen ersten Rundgang über das Gelände machte und auch den ersten Kontakt mit den Schützen hatte, fiel mir die riesige bunte Vielfalt an Nationen auf - herrlich die unterschiedlichen Nationaltrikots.
Oh, da hörte ich auch schon den Stadionsprecher, leider verstand ich fast nichts, der sprach einen solchen Kauderwelsch bzw. Dialekt auf Englisch, so dass ich mich am Montag noch schwer tat ihn überhaupt zu verstehen. Im Laufe der Woche hatte ich ihn aber dann doch sehr lieb gewonnen mit seinem "Cowboy-Englisch" und seinem trockenen schwarzen Humor. Er bereicherte so manche Stechen....*yeah, it's rock'n'roll on target number 11 and 12...*

Wie ich im Laufe der Woche beim Betrachten der Vielzahl der Bogen feststellen konnte, hatten tatsächlich so manche Schützen, z.B. auch der US-Amerikaner Viktor Wunderle zwei komplett aufgebaute Bogen zur Verfügung.
Die Mitarbeit als freiwilliger Helfer hat mir doch auch die Möglichkeit gelassen, nach Erledigung meiner Aufgaben die Wettbewerbe zu verfolgen, leider musste ich feststellen, dass sich unsere deutschen Shooter allzu früh aus den Wettkämpfen verabschieden mussten. War es das Wetter mit dem sie nicht zurechtkamen? Wer weiß, es war wirklich schlecht genug, die Schützen hatten schon so ihre Erfahrungen gemacht, viele hatten Gummistiefel beim Schießen an - die Schuhe waren aber nicht das Einzige was durchnässt war - auch die Schießpläne waren häufig so nass, dass sie von der Tafel fielen!

Am Abend des Mittwochs hatten wir (einige Volontäre,  die auch von außerhalb kamen) das Glück, herrliche zwei Stunden sonniges Wetter für unseren Rundgang durch die Leipziger Innenstand zu haben. Schade nur, dass in Leipzig gerade sehr viel gebaut wird (U-Bahnbau durch das Zentrum). Bei unserem Rundgang haben wir auch einige Schützen in "Zivil" gesehen :-)

Freitagnachmittag kam nicht nur die Hitze nach Leipzig auf die Festwiese, sondern auch zum ersten Mal ein Haufen Zuschauer, die sich die "Vorrunden-Finals" für das Mannschaftsschießen ansahen.

Die Finalschießen konnte man als Otto-Normal-Zuschauer von zwei Holztribünen aus sehen, die VIP's hatten das Glück bei beinahe 40 Grad im Schatten unter einem Dach zu weilen – wie beneidenswert

Ich hatte dafür das interessante Zusammentreffen mit einem philippinischen Betreuer, der neben mir auf der Bank saß. Ich in kurzer Hose und T-Shirt, er in langer Jeans und Halbschuhen mit Socken. Oh mein Gott, wie hält der das nur aus, dachte ich mir mit einem verzweifelten „Vor-Hitze-Stöhner“ - er dafür sah mich etwas komisch an- „ein gegenseitiger Kulturschock kann ich da nur sagen“ - den hatte ich während der Woche auch, als ich die moslemischen Schützinnen mit ihren Kopftüchern sah!

Nicht nur die Zuschauer kochten sondern auch die Stimmung, wir brachten es tatsächlich fertig gleich ein paar mal die Laola-Welle durch das Rund der Tribüne schwappen zu lassen - was für ein Feeling muss das für die vor allem koreanischen Finalschützen wohl gewesen sein, wenn ich schon Gänsehaut hatte ?!

Mein persönlicher Höhepunkt der WM: Ich hatte den Mut, die koreanische Schützin Eun Young Choi nach ihrem Nationaltrikot zu fragen. Sie hat es mir auch tatsächlich geschenkt – das hätte ich niemals erwartet - von wegen Starallüren und so!

Zum Abschluss meines Berichtes muss ich mich der Leipziger Volkszeitung in ihrem Bericht anschließen. Es muss nicht immer nur Fußball sein, um tolle sportliche Wettkämpfe und auch eine super Stimmung zu erleben.

 Mehr Bilder von der WM in Leipzig gibt es hier (Fotos)

BSC-Augsburg e.V. Bogenschiessen in Augsburg | FITA | Scheibenbogen | Feldbogen | Recurve | Compound

powered by BUSINESS PRAESENTATION | CMS | FOTO | GRAFIK